• Lauritz

Plastik- und Papiertüten: Wir klären auf!

Niemand greift noch gerne zur Plastiktüte. Auch für viele Geschäfte und Restaurants stellen die Plastiktüten schon lange keine Option mehr dar. Man will seiner Kundschaft ja schließlich eine Nachhaltige Einkaufs- und Bestellerfahrung bieten!

Die Papiertüte ist mittlerweile jedermanns Liebling. Doch kaum hat man einmal beim einkaufen ausversehen die Tiefkühlpizza am Boden der Tüte platziert passiert es - die Tüte reißt. Man kann die Papiertüte nun entsorgen, da sie keinerlei nutzen mehr hat.

“Aber ist ja kein Problem, die ist ja schließlich recycelbar und deshalb nicht schlecht für die Umwelt.” Genau an dieser Stelle müssen wir jeden enttäuschen, der dies glaubt und diesen Gedanken stets bei seiner Tüten- und Verpackung Wahl als Entscheidungsgrundlage genommen hat.


Papier ist nicht immer besser als Plastik!


Spätestens jetzt wird man in vielen Gesprächsrunden von großen, ungläubigen Augen angeschaut. Lass uns dir erklären, was wir meinen und vor allem, was die Fakten dahinter sind.


Im Durchschnitt wird eine Plastiktüte für gerade einmal 25 Minuten verwendet und dann entsorgt. Das passiert in Deutschland jedes Jahr circa sechs Milliarden mal. Obwohl die Papiertüten deutlich im Kommen sind und von bewussten Konsumenten wesentlich lieber verwendet werden, erfreut sich die Plastiktüte noch immer einer großen Beliebtheit. Aber warum ist dies der Fall?


Dank niedriger Herstellungskosten ist die Plastiktüte sehr billig. Außerdem bedarf die Herstellung wenig Energie und ist damit relativ Emissionsarm. Für den Nutzer hat sie den Vorteil, dass sie ausgesprochen belastbar, sowie reiß- und wasserfest ist.


Die negativen Seiten der Plastiktüte sind natürlich nicht zu vergessen. Grundsätzlich ist das Material gut zu verarbeiten, wodurch es auch recyclebar ist. Findet aber keine fachgerechte Wiederverwendung der Tüte statt, dann läuft die Tüte Gefahr, in der Natur oder in den Ozeanen dieser Welt zu landen. Bis sie von dort verschwunden ist können mehrere hundert Jahre vergehen. Dabei lösen sich unzählige Mikroplastik-Partikel, welche dann von Fischen aufgenommen werden.


Eine weitere Option zu der herkömmlichen Plastiktüte sind die Bioplastiktüten. Diese sollen in wenigen Monaten vollständig kompostierbar sein. Eigentlich eine tolle Idee, leider bleiben hier aber immer kleine Plastikreste über, welche den kompostierbaren Bioabfall für viele Zwecke nicht verwendbar macht. Deshalb werden diese Tüten in der Kompostieranlage meistens herausgefiltert und an eine Müllverbrennungsanlage weitergegeben. Das Ziel einer Umweltfreundlichen Plastiktüte wurde also gewaltig verfehlt.


All dies führt wohl bei den Meisten dazu, die Plastiktüte, trotz der hohen Funktionalität, eher abzulehnen und wenn möglich auf eine Papiertüte auszuweichen. Aber aufgepasst:


Bereits in der Produktion verbrauchen Papiertüten das in etwa die doppelte Menge an Energie wobei die Schadstoffbelastung für Wasser und Luft durch Schwefeloxide, Stickstoffoxide und andere Chemikalien, mit denen die Zellstofffasern behandelt werden, um einiges höher ist. Die Wiederverwendbarkeit lässt hier leider auch sehr zu wünschen übrig. Sobald die Tüten mit Wasser in Kontakt kommen, oder zu schwer bepackt werden reißen sie auf.


Tüten aus Papier sind meistens nicht beschichtet, viele andere Verpackungen aus Papier aber schon. So begründet es sich, dass viele der vermeintlich recyclebaren Verpackungen aus Papier aufgrund einer Beschichtung nicht wiederzuverwenden sind. Für den Endkonsumenten ist es oftmals sehr schwer zu unterscheiden ob eine Verpackung dann schlussendlich beschichtet oder nicht beschichtet ist.


Nachdem nun all das gesagt ist: Die wohl wichtigste Komponente, welche darüber entscheidet, welche Umweltbelastung eine Tüte mit sich bringt ist, wie man die Tüte nutzt.

Man sollte also darauf achten, dass wenn man Plastiktüten verwendet, diese so oft wie möglich wieder zu verwenden. Dadurch kann man von der wenig-umweltschädlichen Produktion profitieren. Bei der Nutzung von Papiertüten und -Verpackungen sollte man darauf achten, dass keine dicken Beschichtungen darauf angebracht wurden.


Die beste Möglichkeit ist es jedoch, wenn man sich einen eigenen Jutebeutel zulegt. Dieser kann zwar nicht beim Bestellen von Essen verwendet werden, eignet sich aber wunderbar für den Einkauf im Supermarkt. Diese Beutel halten bei pfleglicher Verwendung sehr lange.


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